Vorsorge

Pflegeversicherung

Alle gesetzlich krankenversicherten Personen sind auch pflegeversichert. Wer wegen der Schwere der Pflegebedürftigkeit Unterstützung benötigt, kann diese bei der Pflegekasse beantragen.

Wird die Pflegebedürftigkeit anerkannt, können Sachleistungen und Pflegegeld in Anspruch genommen werden. Die betroffene Person entscheidet selbst, wie und von wem sie gepflegt wird. Voraussetzung für den Bezug von Pflegegeld ist, dass die häusliche Pflege selbst sichergestellt ist, z. B. durch Angehörige oder andere ehrenamtlich tätige Pflegepersonen.

Ausführliche Informationen erhalten Sie von Ihrer Kranken- bzw. Pflegekasse.

Monatliche Geld- und Sachleistungen der Pflegeversicherung (in Euro)
Pflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5
Entlastungsbetrag (ambulant)125125125125125
Pflegegeld (ambulant)-316545728901
Sachleistung (ambulant)-6891.2981.6121.995
Tages- oder Nachtpflege-6891.2981.6121.995
Stationäre Pflege1257701.2621.7752.005
Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung

Hilfebedürftige Personen, die die Altersgrenze erreicht haben oder wegen einer bestehenden Erwerbsminderung auf Dauer ihren Lebensunterhalt nicht aus eigener Erwerbstätigkeit bestreiten können, haben Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Vierten Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII). Ein Antrag auf Prüfung ist bei der für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung zuständigen kommunalen Behörde zu stellen.

Hilfe in besonderen Lebenslagen

Leistungen der Sozialhilfe – Hilfe in anderen Lebenslagen – kommen Hilfesuchenden in Situationen wie Krankheit, Behinderung oder bei besonderen sozialen Schwierigkeiten zugute. Diese Hilfen erhalten auch Personen, die für ihren Lebensunterhalt noch selbst sorgen können, aber wegen einer besonderen Bedarfssituation auf die Hilfe der Allgemeinheit angewiesen sind. Entscheidend ist dann, ob ihnen die Aufbringung der Mittel aus Einkommen und Vermögen zuzumuten ist.

Hilfen in anderen Lebenslagen sind z. B.:

  • Hilfe zur Weiterführung des Haushalts (Hauswirtschaftshilfe)
  • Hilfe zur Pflege zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung
  • Blindenhilfe
Rundfunkgebührenbefreiung

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auf Antrag die Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht
beim Beitragsservice erfolgen.

ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice

Freimersdorfer Weg 6, 50829 Köln
0221/50610
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Betreuung und Betreuungsverfügung

Mit einer Betreuungsverfügung bestimmen Sie selbst, wer Ihre gesetzliche Betreuung übernehmen soll, und können Wünsche äußern, wie die Betreuung inhaltlich aussehen soll oder wie Sie im Pflegefall versorgt sein möchten. In einer Betreuungsverfügung kann eine Person des Vertrauens beim Vormundschaftsgericht als Betreuer eingesetzt werden. Das Betreuungsrecht gewährleistet Schutz, Fürsorge und ein größtmögliches Maß an Selbstbestimmung für hilfsbedürftige Personen, die ihre Angelegenheiten nicht mehr selbstständig regeln können. Ein Betreuer kann beim zuständigen Amtsgericht benannt werden, wenn eine Hilfsbedürftigkeit vorliegt.

Patientenverfügung

In einer Patientenverfügung können Sie schriftlich für den Fall Ihrer Entscheidungsunfähigkeit im Voraus festlegen, ob und wie Sie in bestimmten Situationen ärztlich behandelt werden möchten. Sie können die Patientenverfügung auch um Bitten oder bloße Richtlinien für eine Vertreterin oder einen Vertreter sowie für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte und das Behandlungsteam ergänzen. So können Sie Einfluss auf eine spätere ärztliche Behandlung nehmen und damit Ihr Selbstbestimmungsrecht wahren, auch wenn Sie zum Zeitpunkt der Behandlung nicht mehr ansprechbar oder einwilligungsfähig sind.

Die Patientenverfügung muss schriftlich festgelegt werden und Datum und Ort enthalten.

Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht benennen Sie eine Person, die bereit ist, im Bedarfsfall für Sie zu handeln. Dadurch soll eine (gesetzliche) Betreuung vermieden werden. Handlungsfähig ist Ihr Bevollmächtigter nur dann, wenn er die Vollmacht im Original vorweisen kann. Sie können das Schriftstück an einem Ort verwahren, den der Bevollmächtigte kennt, oder auch von vornherein an ihn übergeben. Gegen Gebühr kann man die Vollmacht auch im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren lassen.

Registrierung: www.vorsorgeregister.de

Generalvollmacht

Jeder Patient, der in der Lage ist, eigenverantwortlich zu entscheiden und seinen Willen zu bekunden, kann eine Generalvollmacht erteilen oder verändern. Dagegen ist eine Willenserklärung eines geschäftsunfähigen oder verwirrten Patienten nichtig (§ 105 BGB).

Beratung und Beurkundung durch einen Notar wird empfohlen.

Testament | Der letzte Wille

Um sicherzugehen, dass Ihr Nachlass in die richtigen Hände kommt, sollten Sie frühzeitig ein Testament aufsetzen. Der Gesetzgeber unterscheidet das notarielle Testament und das private Testament. Letzteres muss vollständig von Ihnen selbst mit der Hand geschrieben, mit Ort und Datum versehen sowie mit Vorund Nachnamen unterzeichnet werden. Ein notarielles Testament wird vor einem Notar erklärt und von diesem niedergeschrieben. Das ist eine kostenpflichtige Leistung, hat aber den Vorteil, dass Sie fachkundig beraten und über die Konsequenzen Ihrer Verfügung aufgeklärt werden. Ein Erbvertrag wird zwischen zwei oder mehreren Vertragspartnern geschlossen. Er kann, im Gegensatz zum Testament, nur mit Zustimmung beider Vertragspartner geändert werden.

Das Testament wird in der Regel beim Amtsgericht oder bei einem Notar hinterlegt. Wenn Sie es dagegen zu Hause aufbewahren, sollten Sie sicherstellen, dass nach Ihrem Tod auch darauf zurückgegriffen werden kann.

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